Die Anfänge
Im 17. und 18. Jahrhundert erfasste die große Faszination für das chinesische Porzellan zum ersten Mal die europäischen Fürstenhöfe. Das ferne Asien wusste bereits seit rund 1.000 Jahren um die Kunst der Porzellanherstellung. Porzellane waren Prestigeobjekte, bei deren Erwerb die europäischen Könige untereinander wetteiferten. August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, war nicht nur Sammler der begehrten Ware, sondern wollte seine Leidenschaft mit der Nacherfindung des Porzellans krönen.
In seinen Diensten standen der Naturwissenschaftler Walter Ehrenfried von Tschirnhaus und der Alchimist Johann Friedrich Böttger. Zuerst entwickelten sie das sogenannte Böttgersteinzeug, eine Vorstufe zum Hartporzellan.
Bald gelang es, die Stoffe Kaolin, Quarzsand und Feldspat im richtigen Mischungsverhältnis miteinander zu verbinden. Damit war das erste europäische Hartporzellan entwickelt, das seit 1710 in Meissen hergestellt wird. Eine weitere Schwierigkeit, die es zu meistern galt, war es, die richtigen Farben zu finden und ihr Verhalten unter hohen Brenntemperaturen zu testen. Ab 1720 wurden Maler in der Manufaktur verpflichtet, die eigene – zuerst chinesisch anmutende – Dekore entwarfen und ausführten.
Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen verbreitete sich das Geheimnis der Porzellanherstellung, das Arkanum, schnell über ganz Europa.
Die Porzellansammlung
Ernst Schneider im Schloss Jägerhof
Ernst Georg Schneider (1900–1977), eine Unternehmerpersönlichkeit der deutschen Nachkriegszeit, Förderer betrieblichen Nachwuchses, Kunstsammler und Mäzen, stiftete 1974 der Stadt Düsseldorf einen Teil seiner Kunstsammlung (ca. 1300 Objekte), bestehend aus Porzellanen, vornehmlich Meissen, Silber und Möbeln des 18. Jahrhunderts.
Sammlung Ernst Schneider
Porzellan, Silber und Möbel des 18. Jahrhunderts
Schloss Jägerhof/Goethe-Museum Düsseldorf
Jacobistraße 2
40211 Düsseldorf
Öffnungszeiten
Mittwoch bis Sonntag 12–18 Uhr
Freitag 12–21 Uhr
Bitte beachten Sie: Die Sammlung ist zurzeit nur eingeschränkt zugänglich.