Japan
Die ältesten keramischen Erzeugnisse Japans stammen aus dem Neolithikum, der Jōmon-Zeit (7. Jt. v. Chr. – 300 v. Chr.). Von Hand aufgebaute Irdenwaren wurden durch aufgedrückte „Schnurmuster“ verziert und im offenen Feuer zwischen 600 und 800 Grad gebrannt. Im 5. Jh. n. Chr. wurde die Yayoi-Kultur durch eine Welle von Einwanderern aus Südchina und Korea eingeleitet. Mit den Einwanderern erreichten auch neue Techniken der Keramikherstellung die japanischen Inseln: die Verwendung der Töpferscheibe und die Einführung eines Brennofens, der Brenntemperaturen von weit über 1000 Grad ermöglichte. Die Erzeugnisse dieser Öfen werden sueki genannt, und bezeichnen im japanischen Sprachgebrauch Opfergaben der Priester. Bald jedoch wurde diese hoch gebrannte Irdenware mit einem grauen dünnwandigen harten Scherben zur Gebrauchskeramik der herrschenden Adelsklasse.
Keramische Gegenstände für den täglichen Gebrauch wurden seit der Kamakura-Zeit (1185-1333) in regionalen Zentren, den sogenannten „Sechs Alten Brennöfen“ (rokkoyō) hergestellt: Seto, Tokoname, Echizen, Shigaraki, Tamba und Bizen. Während die Töpfer in Seto gezielt Feldspatglasuren für ihre Gefäße verwendeten, entstanden die Glasuren der anderen auf natürliche Weise während des Brandes durch den Ascheanflug. Daneben wurden vor allem in Tokoname auch unglasierte Steinzeuge gebrannt.
Um 1600, nach den Korea-Feldzügen, kam die Kunst des Porzellanmachens durch koreanische Kunsthandwerker, die als Kriegsbeute nach Japan verschleppt worden waren, in das Reich der aufgehenden Sonne. Bei Arita auf der Insel Kyūshū hatte der legendäre koreanische Töpfer Ri Sampei Kaolinvorkommen entdeckt. Neben den unweit Aritas hergestellten Imari-Porzellanen wurden weitere in den Zentren Nabeshima, Hirado, Kutani sowie von der Familie Kakiemon bei Arita gefertigt.
Während der Meiji-Zeit (1868 - 1912) wurde in Satsuma Steingut als keramischer Werkstoff verwendet und in großen Mengen nach Europa und die USA exportiert. Satsuma-Keramik zeichnet sich durch ihren feinen, elfenbeinfarbenen Scherben und die zum Teil in Miniaturmalerei aufgebrachten figurativen Szenen aus. Die Waren bedienten das sehnsuchtsvolle Japanbild der Europäer wie zum Beispiel mit Ansichten von japanischen Schönheiten vor dem Berg Fuji.