Keramik der Vor- und Frühgeschichte
Der Begriff Frühzeiten bezeichnet alle Kulturen der Keramikgeschichte vor der Antike. Die Funde der Keramik bieten häufig den einzigen Anhaltspunkt für Kulturvorkommen und die Entwicklungsstufe der Kulturen.
Die ältesten Keramiken des Museums sind die Funde von Haçilar im heutigen Anatolien aus dem 6. Jahrtausend v. Chr. Das Alltagsleben machte das Gefäß für den Menschen unentbehrlich, nicht nur zur Nahrungsaufbewahrung im täglichen Miteinander, sondern auch als Grabbeigabe, um dem Toten den Aufenthalt im Jenseits zu erleichtern.
Das Formen der Gefäße aus einfacher Irdenware im Vorderen Orient geschah noch frei mit der Hand. Bereits am Ende des 4. Jahrtausend wurde im heutigen Persien oder in Mesopotamien, dem Zweistromland, die Töpferscheibe genutzt: ein Zeichen für eine höhere Entwicklungsstufe in der Keramikproduktion, wie der Grabpokal aus Tepe Sialk zeigt. Ebenso bemerkenswert ist die Ornamentik, die zu den ersten nachweisbaren figürlichen Darstellungen zählt.